Therapie Seelische Gesundheit im Alter

Hier sind wir auf die Behandlung von älteren Menschen mit seelischen Erkrankungen oder nachlassender Gedächtnisleistung spezialisiert.

Portrait von Dr. med. Daniel Clark

Leitender Arzt

Dr. med. Daniel Clark

Facharzt für Neurologie
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Was wir behandeln

Mit dem Alter steigt nicht nur das Risiko körperlicher, sondern auch seelischer Erkrankungen. Ältere Menschen werden jedoch anders psychisch krank als jüngere. Symptome können stärker ausgeprägt sein, Krankheiten länger andauern oder häufiger auftauchen.

Seelische Krisen im Alter

Seelische Krisen zeigen sich oft durch einen Verlust des seelischen Gleichgewichts. Sie können durch besondere Ereignisse oder Lebensumstände ausgelöst werden, die der Betroffene im Moment nicht hinreichend bewältigen kann. Das können individuelle Belastungen, Traumatisierungen, der Verlust eines wichtigen Menschen, Trauer oder der Übergang in eine veränderte Wohnform sein. Betroffene fühlen sich überfordert, kraftlos und ängstlich. Typisch sind zudem ein Gefühl der fehlenden Handlungsmöglichkeit, eine deutliche Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und ein großer Leidensdruck.

Somatoforme Störungen im Alter

Bei somatoformen Störungen leiden Betroffene beispielsweise unter starken Schmerzen, werden nach ärztlicher Untersuchung jedoch ohne klinisch relevanten Befund entlassen. Oft führt dies dazu, dass viele Ärzte nacheinander aufgesucht werden, um irgendwann endlich eine Erklärung für die Beschwerden zu bekommen. Auch die Angst, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden, ist eine somatoforme Störung.

Depression im Alter

Das Älterwerden stellt den Menschen vor große Herausforderungen. Die Konfrontation mit dem Thema Tod und Krankheit, nachlassende Kräfte oder Veränderungen im sozialen Umfeld müssen bewältigt werden.

Ursachen für eine Depression im höheren Alter können der Verlust der Selbständigkeit, körperliche Erkrankungen, Vereinsamung und mangelnder sozialer Rückhalt, finanzielle Sorgen und Armut, Konflikte mit Angehörigen oder eine negative Lebensbilanz sein. Eine Depression kann aber auch durch körperliche Erkrankungen wie eine Unterfunktion der Schilddrüse oder Herzerkrankungen hervorgerufen werden.
Betroffene sind häufig niedergeschlagen und traurig. Sie schlafen schlecht, können sich nur schwer konzentrieren, haben kaum oder keinen Appetit und verlieren oftmals an Gewicht. Auch Selbstvernachlässigung, Verwahrlosung, Hoffnungslosigkeit sowie Misstrauen oder Reizbarkeit sind typisch. Diffuse Schmerzen ohne körperliche Ursachen kommen ebenfalls häufig vor.

Angsterkrankungen im Alter

Im fortgeschrittenen Lebensalter können Angstsymptome zum Beispiel bei psychischen Krankheiten wie Depression, Demenz oder einem Entzug bei einer Abhängigkeit auftauchen. Häufig sind Panikstörungen, Phobien und generalisierte Angststörungen. Mögliche Ursache ist eine belastende Lebenssituation, eine schwere Erkrankung oder der Tod eines nahestehenden Menschen.

Demenzielle Erkrankungen

Häufige Symptome demenzieller Erkrankungen sind Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, des Sprachverständnisses, des Lesens und Schreibens. Als Folge müssen Betroffene ihren Alltag meist sehr einschränken. Die Ursachen einer demenziellen Erkrankung können vielfältig sein. Die häufigste Demenz ist mit 55 Prozent die Alzheimer-Demenz. Es folgt die gefäßbedingte Demenz mit 15 Prozent, die mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen einhergeht. In 15 Prozent der Fälle liegt eine Mischform aus Alzheimer- und gefäßbedingter Demenz vor.

Suchterkrankung im Alter

Substanzmissbrauch und -abhängigkeit sind keine Themen, die sich auf eine bestimmte Altersgruppe beschränken. Diese Themen sind auch im höheren Lebensalter ein relevantes Problem, werden aber verhältnismäßig selten thematisiert. Alkohol, Medikamente mit Suchtpotenzial und Tabak gefährden die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Menschen millionenfach. Häufig scheuen sich Betroffene und Angehörige jedoch, das Thema anzusprechen oder sich Hilfe zu suchen. Substanzbedingte Störungen bestehen gerade bei älteren Menschen häufig lange Zeit im Verborgenen, werden nicht hinreichend ernst oder von Angehörigen und anderen Menschen im Umfeld der Betroffenen stillschweigend hingenommen.

Wie behandeln wir?

Bei der Therapie setzen wir neben der Behandlung mit Arzneimitteln auch auf eine nicht-medikamentöse Behandlung mit vielfältigen Angeboten. Unser Behandlungsansatz ist ganzheitlich und berücksichtigt die psychischen, körperlichen, biographischen und sozialen Aspekte unserer Patienten.

Medizinisch

Diagnostik körperlich & seelisch:

  • Individuelle psychiatrische Untersuchung
  • Internistische und neurologische Untersuchung
  • Laboruntersuchung
  • Computertomographie (bei Bedarf)
  • Kernspintomographie (bei Bedarf)
  • Psychologische Testuntersuchung
  • Medikamentöse Therapie
  • EEG und EKG
  • Lumbalpunktion (bei Bedarf)

Psychotherapie

  • Ärztliche und psychologische Einzelgespräche (vor allem verhaltenstherapeutisch)
  • Angehörigengepräche

Gruppentherapie:

  • Gruppentraining sozialer Kompetenzgruppe
  • Offene Gesprächsgruppe
  • Kognitives Training
  • Psychoedukation
  • Stresstoleranztraining
  • Achtsamkeitstraining
  • Hirnleistungstraining

Freizeit

  • Singen und Musikgruppe
  • Filmabend
  • Spielegruppe, Gesellschaftsspiele
  • Bibliothek
  • Fernsehen
  • Kreativangebote wie kreatives Werken

Zukunft

Lebenspraktisches Training:

  • Training häuslicher Aktivitäten
  • Umgang mit Finanzen
  • Aufbau von Tagesstruktur
  • Einkaufstraining
  • Kochen und Backen

Zukunftssprechstunde:

  • Ambulante Nachsorgeangebote
  • Sozialdienstliche Angebote

Sport- und Bewegungstherapie

Gesundheitssport:

  • Fitness und Reha-Sport
  • Kraft- und Ausdauertraining
  • Jogginggruppe
  • Nordic Walking
  • Walken
  • Morgenspaziergang
  • Sicher in Gang und Stand
  • Hockergymnastik
  • Tanzen
  • Begleitete Spaziergänge

Physiotherapeutische Angebote:

  • Krankengymnastik
  • Manuelle Therapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Handmotorik
  • Kinesio-Taping

Ergänzende Therapien

Körperzentrierte Therapien:

  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Progressive Muskelentspannung (PME)
  • Autogenes Training
  • Genussgruppe
  • Aromatherapie
  • Trommel- und Rhythmusgruppe
  • Musiktherapie
  • Lichttherapie
  • Atemtherapie
  • Zeit für die Seele
  • Entspannung
  • Snoozeln

Raum für Kreativität

  • Ergotherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Kreativtherapie

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Krankheit und Schwere der Erkrankung können Sie bei uns zwischen verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten wählen. Wir beraten Sie gern.

Stationär

Bei einem stationären Aufenthalt in unseren Kliniken sind wir rund um die Uhr für Sie da. So können Sie Abstand zum Alltag gewinnen, in Ruhe wieder Kraft tanken und sich ganz auf Ihre Genesung konzentrieren.

Klinik für Seelische Gesundheit im Alter

Tagesklinik

Bei einem teilstationären Aufenthalt in unseren Tagesklinken kommen Sie montags bis freitags von morgens bis nachmittags zu uns und verbringen die Abende, Nächte und Wochenenden in Ihrem gewohnten Umfeld.

Tagesklinik der Generationen
(Lehrte)

Ambulant

In unseren Ambulanzen versorgen wir Sie zwischen der Entlassung aus unserer Klinik  und der Weiterbehandlung bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten. Das Angebot kommt für Sie in Frage, wenn Sie langfristig eine wohnortnahe Betreuung benötigen.

Ambulanz Lehrte

Gedächtnisambulanz
(Lehrte)

Weitere Fragen​

Die Behandlungsdauer ist abhängig von der Art und Schwere Ihrer Erkrankung und wird individuell mit Ihnen besprochen und festgelegt. In unserer Klinik beträgt die durchschnittliche Verweildauer etwa drei Wochen.

Neben einer Einweisung vom Haus- oder Facharzt und Ihrer Versichertenkarte sollten Sie bequeme Alltagskleidung und warme Kleidung für draußen, festes Schuhwerk, Unterwäsche, Schlafanzug, persönliche Hygiene- und Körperpflegemittel, Unterlagen vorangegangener Behandlungen und ihren aktuellen Medikamentenplan mitbringen.

Unsere Diagnostik umfasst eine fachärztliche Untersuchung, ein ausführliches Aufnahmegespräch, Laboruntersuchungen sowie Zusatzuntersuchungen wie beispielsweise ein EKG, EEG oder MRT. Wir sichern die Diagnose zudem mit Hilfe spezieller psychologischer Testverfahren ab.

Nach dem morgendlichen Wecken haben Sie Zeit für ein ausgewogenes Frühstück. Danach starten Sie direkt mit Ihrem individuellen Therapieplan. Gegebenenfalls findet auf Ihrer Station eine Morgenrunde statt, oder Sie haben vor den ersten Therapien ärztliche Untersuchungen. Mittags wartet dann das von Ihnen gewählte Mittagessen. Und am Nachmittag geht es weiter mit Therapie- oder Freizeitangeboten. Am Nachmittag findet eine gemeinschaftliche Kaffeepause statt. Nach dem Abendessen gibt es eventuell noch eine Abendrunde, und danach haben Sie Zeit für sich, bis die Nachtruhe beginnt. Ihre medikamentöse Therapie erhalten Sie entweder vor den Mahlzeiten oder anschließend.

Patientenstimmen

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