TherapiebereichAllgemeinpsychiatrie und Psychotherapie

Im Bereich Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie behandeln wir das gesamte Spektrum psychiatrischer Erkrankungen. Wir verstehen uns als ein zuverlässiger Partner, der Sie individuell durch die Zeit einer seelischen Krise begleitet.

Portrait von Prof. Dr. Marc Ziegenbein

Ärztlicher Direktor und Chefarzt

Prof. Dr. Marc Ziegenbein

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Stellvertretender Ärztlicher Direktor

Dr. med. Christian Tettenborn

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Neurologie

Was wir behandeln

Viele Menschen haben in ihrem Leben Stimmungsschwankungen, zum Beispiel im Rahmen von Belastungen. Diese Symptome gehen oft wieder vorbei und werden von den Betroffenen nicht als Krankheit erlebt. Wenn sich die Veränderungen im Fühlen und Denken jedoch zunehmend verstärken, dauerhaft werden und das Alltagsleben beeinträchtigen, spricht man von einer Krankheit, die behandelt werden sollte. Dazu gehören unter anderem:

Depressionen

Eine Depression hat viele Facetten und Gesichter. Die Patienten fühlen sich oft sehr niedergeschlagen, verlieren ihre Interessen und sind erschöpft und antriebslos – und das über längere Zeit. Im Ergebnis kommt es zu starken Beeinträchtigungen der Lebensqualität.

Meistens erleben Betroffene eine starke Freudlosigkeit, einen Interessenverlust und eine deutlich gedrückte Stimmung. Egal, was sie tun – sie haben den Eindruck, dass einfach nichts mehr Spaß macht. Einige Betroffene weinen viel, andere sind eher gereizt. Während sich die einen fast gar nicht mehr bewegen, empfinden andere eine starke Unruhe und können nur schwer stillsitzen. Meistens verspüren Betroffene kaum noch Appetit und nehmen an Gewicht ab. Es kann aber auch vorkommen, dass sie deutlich mehr essen. Häufig leiden Menschen mit Depression auch unter schlechter Konzentrations- und Merkfähigkeit. Ihre Gedanken kreisen immer wieder um die gleichen Themen, der Schlaf ist daher oftmals gestört. Einige Betroffene entwickeln auch lebensmüde Gedanken, was sehr ernst genommen werden muss.

Angststörungen

Ängste und Sorgen gehören zum normalen Leben dazu. Manchmal treffen sie uns mit voller Wucht wie aus dem Nichts heraus. Wenn sie unser Denken und Fühlen so stark bestimmen, dass das Alltagsleben schwer fällt, könnte es sein, dass sich eine Angststörung entwickelt oder bereits vorliegt.

Es gibt ganz unterschiedliche Formen von Ängsten. Die Angst vor öffentlichen Plätzen nennt man „Agoraphobie“. Die „soziale Phobie“ ist hingegen eine ausgeprägte Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen. Eine „spezifische Phobie“ ist eine Angst vor einer bestimmten Situation, wie dem Betreten eines Fahrstuhls oder Flugzeugs. Sie kann auch auf bestimmte Dinge oder Lebewesen wie etwa Spinnen oder Schlangen gerichtet sein. Bei einer „generalisierten Angststörung“ sorgen sich die Betroffenen ständig um sich und andere, so dass der Tag zu einem Großteil nur noch aus Sorgenmachen und einer dauernden Anspannung besteht.

Neben dem Gefühl von Angst oder Panik treten körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Mundtrockenheit, Beklemmungsgefühle in Hals und/oder Brustkorb sowie Magen-Darm-Beschwerden auf. Häufige Begleitsymptome sind Schwindel, Benommenheit und Schwächegefühl. Betroffene erleben sich selbst als entfremdet von der Umwelt oder der eigenen Person und haben die Befürchtung, verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben.

Somatoforme Störungen

Wer unter einer somatoformen Störung leidet, verspürt körperliche Beschwerden, für die sich trotz umfangreicher medizinischer Abklärung keine hinreichende körperliche Ursache ausmachen lässt. Einfach ausgedrückt: Betroffene fühlen sich krank, der Arzt macht viele Untersuchungen, kann jedoch nichts finden.

Bei somatoformen Störungen leiden Betroffene beispielsweise unter starken Schmerzen, werden nach ärztlicher Untersuchung jedoch ohne klinisch relevanten Befund entlassen. Oft führt dies dazu, dass viele Ärzte nacheinander aufgesucht werden, um irgendwann endlich eine Erklärung für die Beschwerden zu bekommen. Auch die Angst, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden, ist eine somatoforme Störung. Etwa 80 Prozent aller Menschen haben in ihrem Leben einmal eine solche Störung, die jedoch in den meisten Fällen von allein wieder abklingt. Bei vier bis 20 Prozent wird die Störung jedoch chronisch und führt zu einem langen Leidensweg, weil eine passende Behandlung ausbleibt und die Suche nach der körperlichen Ursache zum alleinigen Lebensinhalt wird.

Posttraumatische Belastungsstörung

Erlebnisse wie Katastrophen, Gewalterfahrungen, Missbrauch oder schwere Unfälle können das Leben stark belasten. Sind solche traumatischen Erfahrungen nur schwer oder nicht zu verarbeiten kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln.

Sowohl Opfer als auch Zeugen eines dramatischen Ereignisses können eine PTBS entwickeln. Typisch für diese Störung ist, dass Betroffene das Erlebte nicht loslässt und die belastenden Erinnerungen sich immer wieder aufdrängen. Eine posttraumatische Belastungsstörung ist gekennzeichnet durch belastende Gedanken, Albträume, Übererregbarkeit, negative Gedanken und Stimmungen. Schlafstörungen, Reizbarkeit, erhöhte Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit sind ständige Begleiter. Die Betroffenen vermeiden zudem Situationen, Orte oder Menschen, die mit dem Erlebten in Verbindung stehen und Erinnerungen an das Erlebte wachrufen könnten.

Psychotische Erkrankungen wie etwa Schizophrenie

Psychose ist ein Überbegriff für eine ganze Gruppe schwerer psychischer Störungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Dabei nehmen sie sich selbst und ihre Umwelt verändert wahr. Typische Anzeichen für eine Psychose sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Bei einer Psychose können das Denken, Fühlen und Empfinden zum eigenen Körper sowie der Kontakt zu anderen Menschen verändert sein. Betroffene haben häufig Mühe, zwischen der Wirklichkeit und ihrer eigenen Wahrnehmung zu unterscheiden. Das kann damit einhergehen, dass sie Stimmen hören, die andere nicht hören. Dass sie sich verfolgt oder bedroht fühlen, Botschaften aus einer „anderen“ Welt erhalten oder das Gefühl haben, sie würden sich körperlich verändern.

Die Schizophrenie gehört zur Gruppe der Psychotischen Erkrankungen. Die Betroffenen sind in ihrer Wahrnehmung und ihrem Verhalten zwar phasenweise stark verändert, haben aber keine andersartige Persönlichkeit. Leider finden sich zu dieser Erkrankung noch immer viele unrichtige Erklärungen und Bewertungen, die den schwer Erkrankten nicht gerecht werden. Beschwerden, Ursachen und Verlauf der Erkrankung sind oft sehr unterschiedlich. Die Patienten leben phasenweise in einer anderen Welt und sind nur bedingt erreichbar.

Bipolare Störungen

An einem Tag euphorisch, am anderen Tag betrübt: Wir alle kennen Stimmungsschwankungen und erleben Höhen und Tiefen. Sind diese Phasen jedoch sehr intensiv und wechseln sich ständig ab, sitzt der Betroffene also immer wieder in einer Gefühlsachterbahn, dann kann es sich um eine bipolare Störung handeln.

Umgangssprachlich wird die Störung als „manisch-depressive Krankheit“ bezeichnet. Hochgefühle und tiefe Niedergeschlagenheit wechseln sich ab. Die euphorischen Phasen sind durch große Aktivität, vermehrten Antrieb und Leistungssteigerung gekennzeichnet. Betroffene brauchen häufig weniger Schlaf, sind ruhelos und aufgedreht. Doch auch Selbstüberschätzung oder Leichtsinnigkeit gehören zu den Symptomen.

Persönlichkeitsstörung

Jeder Mensch hat ganz individuelle Eigenschaften. Wenn einige Persönlichkeitsmerkmale allerdings einen erheblich negativen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden nach sich ziehen und das Alltagserleben mit anderen Menschen stark leidet, kann eine sogenannte Persönlichkeitsstörung dahinterstecken.

Ein typisches Merkmal von Persönlichkeitsstörungen ist, dass sie in der Kindheit oder Jugend beginnen und dann auf Dauer bestehen. Betroffene weisen ein einseitiges und eingeengtes Repertoire im Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Handeln und in der Gestaltung von Beziehungen zu anderen auf. Es werden verschiedene Formen von Persönlichkeitsstörungen unterschieden, die als extrem ausgeprägte Varianten unterschiedlicher Persönlichkeitsstile verstanden werden.

Wie wir behandeln

Medizinisch

  • Psychiatrische Diagnostik/medizinische Differenzialdiagnostik
  • Körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchungen und Veranlassung ergänzender technischer Untersuchungen (EKG, EEG, MRT usw.)
  • Differenzierte medikamentöse Behandlung auf Grundlage der aktuellen Leitlinien

Psychotherapie

  • Einzel- und Gruppentherapien (z.B. Training sozialer Kompetenzen, Skillstrainingsgruppe, Achtsamkeitsgruppe, offene psychotherapeutische und themenzentrierte psychoedukative Gruppe, Entspannungstherapie, Training emotionaler Kompetenzen, Expositionstraining, systemische Therapieansätze)

Soziotherapie

  • gemeinsame Aktivitäten mit Training von Alltagskompetenzen, z.B. durch Exkursionen und Unterstützung in der Tagesstruktur

Zukunft

  • Soziale Beratung
  • Lebenspraktisches Training
  • Planung und Unterstützuung bei der psychiatrisch-psychotherapeutischen Nachsorge
  • Ermittlung des Unterstützungsbedarfs in der Häuslichkeit und im Beruf

Sport- und Bewegungstherapie

  • regelmäßige Angebote unserer Sport- und Bewegungstherapeuten in der Tagesklinik und im Sporttherapiebereich des Klinikums am Standort Ilten
  • regelmäßige Ausdauerspaziergänge in therapeutischer Begleitung

Kreativtherapie

  • Ergotherapie
  • Kreativgruppe
  • Themengruppe

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Krankheit und Schwere der Erkrankung können Sie bei uns zwischen verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten wählen. Wir beraten Sie gern.

Stationär

Bei einem stationären Aufenthalt in unseren Kliniken sind wir rund um die Uhr für Sie da. So können Sie Abstand zum Alltag gewinnen, in Ruhe wieder Kraft tanken und sich ganz auf Ihre Genesung konzentrieren. In unserer Klinik helfen wir Ihnen zudem in akuten Krisen.

Klinik für Seelische Gesundheit in Krisen
(Sehnde-Ilten)

Tagesklinik

Bei einem teilstationären Aufenthalt in unseren Tagesklinken kommen Sie montags bis freitags von morgens bis nachmittags zu uns und verbringen die Abende, Nächte und Wochenenden in Ihrem gewohnten Umfeld.

Generationen-Tagesklinik 
(Hannover)

Generationen-Tagesklinik
(Lehrte)

Ambulant

In unseren Ambulanzen versorgen wir Sie zwischen der Entlassung aus unserer Klinik  und der Weiterbehandlung bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten. Das Angebot kommt für Sie in Frage, wenn Sie langfristig eine wohnortnahe Betreuung benötigen.

Ambulanz für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie
(Hannover)

Ambulanz für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie (Lehrte)

Weitere Fragen​

 

In unserer Klinik können Sie außerhalb der Therapiezeiten WLAN nutzen. Dazu erhalten Sie  ein Zugangspasswor. In der Tagesklinik wird kein WLAN angeboten.

Die Behandlungsdauer ist abhängig von der Art und Schwere Ihrer Erkrankung und wird individuell mit Ihnen besprochen und festgelegt.

Nicht unbedingt. Wir behandeln in unserem Bereich Menschen mit Erkrankungen, die einer psychotherapeutischen Behandlung in der Regel gut zugänglich sind. Eine moderne, leitliniengerechte Therapie kann aber auch den Einsatz von zum Beispiel antidepressiv wirksamen Medikamenten umfassen. Dank einer fachärztlichen Begleitung können wir Sie während Ihres Aufenthalts hierzu umfassend und kompetent beraten und verschiedene Behandlungspfade aufzeigen.

Ja, Besuch von Angehörigen ist generell zu ausgewiesenen Besuchszeiten und an Wochenenden möglich. Es kann auch sinnvoll sein, die Angehörigen mit in den therapeutischen Prozess einzubinden, beispielsweise im Rahmen eines gemeinsamen Gesprächs.

Grundsätzlich sind wir ein „rauchfreies Krankenhaus“. Wenn Sie auch während der Behandlung weiterhin rauchen möchten, gibt es speziell ausgewiesene überdachte Raucherbereiche außerhalb der Gebäude. Unsere geschützten Stationen verfügen über ausgewiesene Räumlichkeiten für Raucher.

Patientenstimmen

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